Die Aktionäre der italienischen Bank Unicredit (MI:CRDI) haben mit knapper Mehrheit der Ernennung von Andrea Orcel zum Vorstandsvorsitzenden und seiner Vergütung zugestimmt, die bis zu 7,5 Millionen Euro pro Jahr betragen könnte, berichtet die Tageszeitung La Repubblica.

Unter Berufung auf Insiderinformationen über das Ergebnis einer Online-Abstimmung, die voraussichtlich bei der Hauptversammlung am Donnerstag bekannt gegeben wird, berichtete die Zeitung, dass 60 % der Aktionäre bei der Hauptversammlung vertreten sein werden. Die Ernennung von Orcel zum Konzernchef und des ehemaligen Wirtschaftsministers Pier Carlo Padoan zum Vorstandsvorsitzenden wurde von 80 % gebilligt, die Vergütung von Orcel nur von 55 %. Unicredit gab keinen Kommentar ab.

Die Abstimmung wurde aufgrund von Einschränkungen durch die Gesundheitskrise vorzeitig abgehalten. Die Vergütung von Andrea Orcel wird bei weitem nicht einstimmig angenommen. Die Aktionärsberatungsfirmen Institutional Shareholder Services und Glass Lewis hatten die Bestellung von Andrea Orcel unterstützt, aber empfohlen, die vorgeschlagene Vergütung abzulehnen. Das Vergütungspaket, das einen Aktienbonus von bis zu 5 Millionen Euro beinhaltet, ist mehr als doppelt so hoch wie das des scheidenden Unicredit-Chefs, des Franzosen Jean-Pierre Mustier, der im Februar nach einem Strategiekonflikt mit dem Vorstand zurückgetreten war.